Hauch von Hollywood im Inihaus
Die Fassade wurde rot angestrahlt, die Gäste trugen zum Teil Cocktailkleider und Anzüge, ein roter Teppich war ausgerollt und jeder Besucher erhielt am Eingang ein Glas Sekt - das Inihaus versprühte am Wochenende einen echten Hauch Glamour. Im zum Kino umfunktionierten Konzertsaal standen zwei große goldene Nussknacker-Aufsteller und am Bühnenrand ihre kleinen Geschwister, die Protagonisten des Abends.
Das Oldesloer Musikernetzwerk Klangstadt1 hatte zum zweiten Mal zum "9 1/2 Minuten"-Filmwettbewerb geladen und nicht nur die zahlreichen Filmemacher der zwölf Finalfilme waren gekommen, sondern auch ungefähr 150 neugierige Besucher. Unter ihnen auch Bürgermeister Tassilo von Bary, Hagen von Massenbach und weitere SPD-Politiker. Das auch vom Alter her bunt gemischte Publikum zeigte, dass es sich um eine ganz besondere Veranstaltung handelt. "Wir sind sehr froh, dass das Inihaus mit einer solchen Veranstaltung auch mal öffentlich zeigen kann, dass sie auch sowas können", so Christian Bernardy von Klangstadt1. "Sie haben sich so viel Mühe gemacht, die Zusammenarbeit zwischen Klangstadt und Inihaus läuft einmalig gut. Es macht so viel Spaß heute Abend hier zu sein", erklärte er weiter.
Gemeinsam mit Britta Rein gehört der passionierte, hauptberufliche Schlagersänger zu den Initiatoren der Veranstaltung. Als um 21 Uhr der Filmreigen begann, platzte der Saal fast aus allen Nähten. Schon da war klar, dass der Abend ein voller Erfolg für alle Teilnehmer werden würde. Die Filmemacher konnten ihre Werke einem großen Publikum präsentieren und die Zuschauer bekamen eine filmische und musikalische Mischung von Hip-Hop über Pop bis Metal. Die Jury stellte dabei fest, dass die Filme ganz allgemein deutlich an Qualität gewonnen haben im Vergleich zu der Premierenvorstellung.
"Letztes Jahr war schon gut, dieses Jahr ist aber nochmal eine deutliche Steigerung. Man sieht, dass sich die Bewerber mehr Gedanken gemacht haben und auch technisch noch deutlich besser geworden sind", so Christian Kneese vom Inihaus, der auch in der Jury saß. Seine Beobachtung bestätigten auch die übrigen Jurymitglieder Kim Möller und Roland Brackmann. Ein Problem sei nur, dass die Filme fast alle auf ihre Art gut seien, aber so schwer zu vergleichen. Denn die große Abwechslung, die gut für den Zuschauer war, stellte die Jury vor Probleme. Kurzdokumentationen trafen auf geschauspielerte Kurzfilme und Musikvideos.
"Mehr Kategorien würden es aber wohl auch nicht einfacher machen. Es war so schwer genug", so Kneese. Das Publikum zumindest hatte seinen Spaß. Es staunte, klatschte, lachte, jubelte und stimmte am Ende für den Publikumspreis selbst mit ab. Nach kurzer Pause kam es dann kurz vor Mitternacht zur Siegerehrung.
Den Preis für die beste Idee, der mit 50 Euro gespendet von der Stadt Bad Oldesloe wurde, erhielt der Jugendclub der IGS Ahrensburg für sein Hip-Hop-Video. Den Preis für die beste Darstellung bekamen die "Empire of Cocks". Sänger Martin Rothkegel spekulierte dabei noch auf einen oder zwei weitere Auszeichnungen, als der den goldenen Nussknacker und die 100 Euro Preisgeld entgegennahm. In Sachen Publikumspreis malten sich die Cocks noch Chancen aus und auch für den "Besten Film", den sie 2008 erhielten, wurden sie erneut gehandelt. In der Kategorie tauchten sie in diesem Jahr allerdings dann doch nicht auf. Dort setzten sich die X-Raybees (Vorjahres-Dritter), vor den erneut Zweitplatzierten Puppies on acid und einem Film über das Klangstadt Open Air auf Platz 3 durch.
Jan Mührer von den X-Raybees war begeistert. "Ich bin wirklich sprachlos, denn ich habe damit überhaupt nicht gerechnet. Es ist wirklich toll. Ich bin noch immer ganz überrascht", sagte er und ließ den goldenen Nussknacker den restlichen Abend über nicht mehr aus den Augen.
Die Titelverteidigung gelang in diesem Jahr nur Pascal van der Straaten aus Hamburg. Er schaffte es erneut, den Publikumspreis zu gewinnen. Sein Film "Das Eichhorn" setzte sich mit zwei Stimmen Vorsprung vor den Empire of Cocks durch, denen es so verwehrt blieb. als erste Gruppe zwei Preise mit nach Hause zu nehmen. "Gut, dass ich für mich selbst gestimmt habe", lachte Pascal van der Straaten. Er will im nächsten Jahr den Titel-Hattrick perfekt machen. Filme können übrigens ab sofort eingereicht werden. Kontakt über www.neun-einhalb.de .
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